Riesling vom Roten Hang
Der Rote Hang ist weltberühmt für seine einzigartigen Rieslinge. Der eisenhaltige, rötliche Boden entstand vor ca. 280 Millionen Jahren und kam beim Einbruch des Rheintals wieder als Steilhang an die Oberfläche. Es handelt sich dabei nicht um Schiefer, sondern um Ton- und Sandstein, der durch Verwitterung und Ablagerung ähnlich geschichtet ist und als Rotliegendes bezeichnet wird. Durch die Einwirkung alter Flüsse, Seen und Meere findet man auch wellenähnliche Strukturen sowie Fossilien von Fischen und Haien. Das dunkle Gestein und die hohe Sonneneinstrahlung erwärmen den Hang, weshalb hier schon Ende des 15. Jahrhunderts der spätreifende Riesling gepflanzt wurde. Auf der Suche nach Wasser müssen die Reben tiefe Wurzeln bilden und nehmen dabei die Inhaltstoffe des Bodens auf. Der Rote Hang verläuft von Schwabsburg über Nierstein bis nach Nackenheim und verleiht den Weinen eine ganz individuelle, würzige und mineralische Note. Unsere besten Rieslinge wachsen in den Lagen Schloss Schwabsburg mit unserem Aushängeschild Rabenturm, Orbel und Pettenthal.
Und warum hier auch Sauvignon Blanc wächst...
Dank der abwechslungsreichen Erdgeschichte finden wir in Nierstein neben dem Rotliegenden auch mächtige Kalksteinbänke, sowie Ton- und Lössböden. Im Zuge des Klimawandels rückt hier vor allem die Lage Paterberg in den Fokus. Durch Meeresablagerungen eines Kalkalgenriffs finden wir hier helle Böden, die sich nicht so stark aufwärmen und über eine gute Wasserspeicherfähigkeit verfügen. Neben Rebsorten die aus kalkhaltigen Regionen stammen, wie den Burgundern und Sauvignon Blanc, haben wir in unserer "Cool-Climate-Lage" auch junge Riesling-Reben gepflanzt. Hier enstehen salzige Weine mit kühler Frische - ein spannender Gegensatz zu den Weinen vom Roten Hang.